Meine Fähre ist in finanzielle Schieflage geraten

„Meine Fähre 1“ pendelt seit September 2024 zwischen Norderney und dem Festland.

Die noch junge Reederei Meine Fähre GmbH mit Sitz auf Norderney steckt in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Nach Angaben aus den offiziellen Insolvenzbekanntmachungen wurde am 5. März ein Insolvenzantragsverfahren eingeleitet. Das Amtsgericht Aurich ordnete die vorläufige Verwaltung des Vermögens an.

Geschäftsführer Frank Voss kann damit nur noch eingeschränkt über das Unternehmen verfügen. Alle Entscheidungen müssen ab sofort vom vorläufigen Insolvenzverwalter genehmigt werden. Das Gericht bestellte eine Bremer Kanzlei zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Der soll nun die wirtschaftliche Lage prüfen und entscheiden, ob eine Sanierung möglich ist oder eine geordnete Abwicklung bevorsteht.

Fährbetrieb bleibt vorerst stabil

Trotz der finanziellen Schieflage läuft der Betrieb weiter. Die Reederei teilt auf ihrer Homepage mit, dass alle Abfahrten planmäßig stattfinden. Tickets für die Autofähre „Meine Fähre 1“ zwischen Norddeich und Norderney sind weiterhin buchbar. Für Gäste, Pendler und Insulaner ändert sich kurzfristig also nichts. Wie lange der Betrieb stabil bleibt, hängt nun maßgeblich von der Einschätzung des Insolvenzverwalters und möglichen Investoren ab.

Wie es jetzt weitergeht

In den kommenden Wochen wird der Insolvenzverwalter die wirtschaftliche Situation detailliert prüfen. Entscheidend wird sein, ob sich ein tragfähiges Konzept für den Weiterbetrieb findet oder ob die Reederei auf Unterstützung durch neue Geldgeber angewiesen ist. Für Norderney bleibt die Entwicklung aufmerksam zu beobachten: Eine zusätzliche Fährverbindung war lange ein Wunsch vieler Insulaner und Gäste – ihr Fortbestand steht nun auf dem Prüfstand.

Die Reederei Meine Fähre wurde 2021 gegründet – mit dem Ziel, eine zusätzliche Verbindung zwischen dem Festland und der Insel Norderney zu schaffen. Hinter dem Projekt stehen mehrere bekannte Norderneyer Unternehmerfamilien und eine Stiftung. Die neue Verbindung sollte das bestehende Angebot der AG Reederei Norden‑Frisia ergänzen und den Inselverkehr entlasten. Insbesondere in Spitzenzeiten erhoffte man sich mehr Kapazität und eine Alternative für Reisende und Berufspendler.