E-Autos als PV-Speicher für elektrische Personenfähre

Foto (Archiv): Reederei Norden-Frisia

Die Hochschule Osnabrück und die Reederei Norden-Frisia treiben gemeinsam die Energiewende im maritimen Verkehr voran. Mit dem neuen Forschungsprojekt „Bi-direktionale Integration von Elektrofahrzeugen“ (BIDI-EL) wollen die Partner untersuchen, wie sich Fährverbindungen zu den ostfriesischen Inseln schrittweise von fossilen Energieträgern lösen lassen – und gleichzeitig die regionalen Stromnetze entlastet werden können.

Im Mittelpunkt steht dabei die intelligente Verknüpfung von Elektromobilität und Energieversorgung durch sogenannte Vehicle-to-Grid-Systeme (V2G). Konkret bedeutet das: Elektrofahrzeuge, die auf dem Parkplatz der Reederei stehen, werden mit Strom aus einer Photovoltaikanlage geladen. Sobald die Fähre im Hafen anlegt, kehrt sich der Energiefluss um – die Batterien der Fahrzeuge speisen dann gemeinsam mit der Solaranlage Strom in das Ladesystem der Fähre ein. Auf diese Weise entstehen dezentrale Energiespeicher, die den Betrieb der elektrisch betriebenen Fähre unterstützen.

Seit März 2025 betreibt die Reederei Norden-Frisia bereits die erste vollelektrische Personenfähre in der deutschen Nordsee. Sie verbindet den Hafen Norddeich Mole mit der Insel Norderney und gilt als wichtiger Schritt in Richtung klimafreundlicher Inselversorgung. Das neue Projekt soll nun zeigen, wie sich dieses Konzept weiter ausbauen und effizienter gestalten lässt.

Auch die technische Infrastruktur ist bereits weit entwickelt: Auf dem Gelände der Reederei wurde 2024 eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 1,7 Megawatt installiert, deren Ausbau bereits geplant ist. Ergänzt wird sie durch einen stationären Batteriespeicher, der nun durch die Batterien der angeschlossenen Elektrofahrzeuge erweitert wird.

Das bis Januar 2027 laufende Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt mit rund 165.000 Euro gefördert. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen nicht nur den Fährverkehr nachhaltiger machen, sondern auch als Modell für andere Regionen dienen, in denen Mobilität und Energieversorgung enger werden können.