„Meine Fähre“ geht unter

Die Reederei Meine Fähre GmbH stellt ihren Fährbetrieb zwischen Norddeich und Norderney zum 3. Mai 2026 vollständig ein. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Hans‑Joachim Berner in einer Pressemitteilung veröffentlichte, blieb die intensive Suche nach Investoren ohne Erfolg. Damit endet der Versuch, eine zweite regelmäßige Fährverbindung zur Insel dauerhaft zu etablieren.

Seit Wochen hatte Berner mit potenziellen Interessenten über eine Übernahme verhandelt. Trotz guter Auslastung der Fähre „Meine Fähre 1“ verschärften jedoch steigende Kosten die wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Die Verluste seien so deutlich gewesen, dass eine Sanierung ohne neuen Kapitalgeber nicht mehr möglich war. „Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache“, erklärte Berner. „Wir haben bis zuletzt an allen Stellschrauben gedreht, aber tragfähige Perspektiven waren nicht mehr absehbar. Die Einstellung des Fährbetriebs war letztlich alternativlos.“

Über das lange 1.-Mai-Wochenende verkehrt die Fähre noch planmäßig. Die letzte reguläre Abfahrt findet am 3. Mai 2026 um 18.30 Uhr von Norderney nach Norddeich statt. Informationen zur Erstattung bereits gebuchter Tickets stellt die Reederei auf ihrer Website bereit. In den kommenden Wochen sollen die Fähren und weiteren Vermögenswerte einzeln veräußert werden. Die rund 20 Beschäftigten erhalten Unterstützung beim Übergang in neue Arbeitsverhältnisse; ihre Löhne sind bis Ende Mai gesichert.

Auch die Gesellschafter äußerten sich tief enttäuscht über das Aus. Man habe in den vergangenen zwei Jahren versucht, eine zusätzliche Verbindung zur Insel zu schaffen und damit die regionale Infrastruktur zu stärken. Die große Unterstützung aus der Bevölkerung mache die Entscheidung besonders schmerzhaft. Besonders hob man das Engagement der Mitarbeitenden hervor, die den Betrieb „mit großem Einsatz aufgebaut und getragen“ hätten.

Die Reederei hatte am 5. März 2026 Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Aurich bestellte daraufhin Dr. Berner zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Trotz fortgeführtem Betrieb und Gesprächen mit anderen Reedereien konnte keine Lösung zur Fortführung gefunden werden.